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Populäres Vorurteil: Durch Verzicht auf energiereiche Nahrung lässt sich eine dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen.

[Fortsetzung von]

Den Unterschied zwischen einer Hungerkatastrophe und einer Diät kennt er allerdings nicht. Beides sind für ihn Mangelsituationen, auf die er zu reagieren weiß. Unser Ernährungstrieb regelt eine wohldosierte Energiezufuhr über den Mechanismus von Appetit und Sättigung. Wird dieser Mechanismus gestört, indem z. B. ein Hungergefühl permanent mißachtet wird, reagiert unser Körper darauf mit einer intensiveren Ausbeute des gelieferten Energiepotentials. Außerdem lernt er nun, daß mit Hungerkatastrophen zu rechnen ist. Sobald sich die Gelegenheit ergibt, also wieder in größerem Umfange Nahrung geliefert wird, wird er die Situation nutzen, um Reserven anzulegen.

Da sich Hungerleiden auch negativ auf unsere Psyche auswirkt, fällt es dem Gros der Menschen unserer Überflußgesellschaften schwer, angesichts ausreichenden Angebots der Versuchung zu widerstehen. Und so führt eine Diät mittel- und langfristig eher zur Gewichtszunahme, als zur Gewichtsabnahme.

Atmung, Ernährung und Sexualität sind für den Fortbestand unserer Spezies von immenser Bedeutung. Dank der Tatsache, daß die Natur diese Bedürfnisse über ein Triebverhalten befriedigen läßt, hat die Menschheit bis in unsere Tage überlebt. Die Vernunft hat hier nur sehr begrenzte Einflußmöglichkeiten.

Siehe auch: Populäres Vorurteil: Wer beim Süßen auf Zucker verzichtet, kann wie von selbst abnehmen.


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Erstellt am 21. Juli 1999, zuletzt geändert am 26. März 2008 © Jürgen Krüll, Berlin-Schöneberg.
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